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Emissionsarme Mobilität

Emissionsarme Mobilität

Nordrhein-Westfalen ist Elektromobilitätsland Nummer 1

Die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor sollen sich bis 2030 im Vergleich zum Jahr 1990 halbieren. Wesentliche Stellschraube dafür: der Wechsel von Verbrennungsmotoren zu emissionsfreien Alternativen. Das Land treibt diesen Antriebswechsel konsequent voran. 

Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste und am dichtesten besiedelte Flächenland. Millionen Menschen sind hier jeden Tag unterwegs: Zu ihren Arbeitsstellen, zum Ausbildungsplatz, zu Schulen oder zu Freizeitaktivitäten. Viele dieser Wege fahren sie mit dem Auto. Auch Wirtschaftsverkehre zur Versorgung von Konsumenten und Unternehmen gehören dazu. Zudem ist Nordrhein-Westfalen als Transitland ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die hohe Verkehrsdichte spiegelt sich auch in der Emissionsbilanz des Mobilitätssektors wider: Mit einem Anteil von rund 17,5 Prozent ist der Verkehrssektor nach der Energiewirtschaft und der Industrie die drittgrößte Quelle von Treibhausgasemissionen. Ziel ist es, diese Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 zu halbieren. Der Wechsel auf klimagerechte Antriebe von Pkw, kleinen und großen Nutzfahrzeugen oder Bussen – ist dabei der zentrale Baustein.

Nordrhein-Westfalen ist Elektromobilitätsland Nr. 1

Diesen Wechsel treibt das Land Nordrhein-Westfalen konsequent voran. Zwischen 2017 und Dezember 2025 ist der Bestand rein batterieelektrischer PKW von nur 9.000 auf etwa 455.000 in die Höhe geschnellt. Nordrhein-Westfalen hat damit den Spitzenplatz unter allen Bundesländern weiter ausgebaut. Auch sind in keinem anderen Bundesland mehr E-LKW (mehr als 6.300) zugelassen.

Über Landesförderprogramme im Bereich Emissionsarme Mobilität wurden zwischen 2017 und 2025 rund 477 Millionen Euro an Fördermitteln bewilligt. Die Anschaffung von Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeugen wurde mit insgesamt 102 Millionen Euro gefördert, darunter allein im Jahr 2025 rund 500 elektrische Kleinst- und Kleinwagen für ambulante Pflegedienste, für Kommunen und für den Carsharing-Bereich. Zudem unterstützte das Land die Anschaffung von Lastenfahrrädern mit insgesamt 16,9 Millionen Euro.

Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter vorantreiben

Durch den stark wachsenden E-Fahrzeugbestand wächst auch der Bedarf an Ladeinfrastruktur. Die Wallbox mit Photovoltaik-Anlage im Eigenheim hat sich etabliert und bedarf keiner Förderung mehr. Nun gilt es, sich auf den Aufbau von Ladepunkten an Mehrfamilienhäusern, am Arbeitsplatz und im öffentlichen Raum zu konzentrieren, damit alle Bürgerinnen und Bürger bequem und zuverlässig laden können. Allein 2025 wurden ca. 6.200 nicht öffentliche Ladepunkte an Mehrfamilienhäusern und am Arbeitsplatz bewilligt und mit mehr als 6,5 Millionen Euro gefördert. Umfragen zeigen, dass das Interesse an Elektrofahrzeugen deutlich höher ist, wenn dort Lademöglichkeiten bestehen.

Um auch unterwegs zuverlässig laden zu können, werden zudem öffentliche Ladepunkte benötigt. Ziel ist es, bis 2030 11.000 öffentliche Schnellladepunkte in Nordrhein-Westfalen verfügbar zu haben. Zum 01.01.2026 waren in NRW rund 9.100 Schnellladepunkte bei der Bundesnetzagentur registriert. In den letzten zwei Jahren hat sich die Zahl mehr als verdoppelt. Damit ist Nordrhein-Westfalen auf einem guten Weg. Es werden aber auch Normalladepunkte dort benötigt, wo die E-Auto-Fahrenden ohnehin längere Zeit parken, z.B. am Straßenrand oder im Einzelhandel. Hier hat das Land in 2025 über 800 öffentlich zugängliche Ladepunkte gefördert. Knapp 30 Kommunen und Kreise in Nordrhein-Westfalen haben sich mithilfe einer Landesförderung auf den Weg gemacht und ein eigenes Ladeinfrastrukturkonzept erstellt. 

Ein umfassendes Handlungskonzept für den Ausbau der Ladeinfrastruktur hat die Landesregierung Ende 2023 vorgelegt. 

Aber auch im Nutzfahrzeugbereich muss die Umstellung auf elektrische Antriebe vorangetrieben werden. Das Land hat daher in 2025 rund 200 Schnellladepunkte für Gewerbetreibende mit fast sechs Millionen Euro gefördert.  

Wirtschaftliche Chancen nutzen

Nach Baden-Württemberg ist Nordrhein-Westfalen das stärkste Bundesland im Bereich Fahrzeugbau. Ein Drittel der deutschen Zuliefererindustrie ist hier angesiedelt und rund 200.000 Menschen sind im gesamten Automobilsektor beschäftigt. Viele dieser Unternehmen, genauso wie zahlreiche Hochschulen und Forschungseinrichtungen, nutzen ihr Know-how zunehmend für die Entwicklung von Lösungen im Bereich der Elektromobilität und weiterer alternativer Antriebe. Mit hoher Innovationskraft bleibt NRW auch in Zukunft ein starker Standort für die Fahrzeugbranche.

Ansprechpartner für Elektromobilität und alternative Antriebe

Die Aktivitäten rund um die Antriebswende bei PKW und leichten Nutzfahrzeugen bündelt das Wirtschaftsministerium unter der Dachmarke ElektroMobilität NRW. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ansprechbar für Unternehmen und Kommunen bei Fragen, etwa zu Fördermöglichkeiten, zu technischen Entwicklungen oder zum Ausbau der Ladeinfrastruktur. Durch die Vernetzung von Wirtschaftsakteuren und Forschung soll Nordrhein-Westfalen als Standort für die Branche weiter ausgebaut und gestärkt werden.

Die Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz „NRW.Energy4Climate“ bündelt als treibende Kraft darüber hinaus die Aktivitäten des Landes Nordrhein-Westfalen in den Bereichen Klimaschutz und Energiewende und beschleunigt so die Transformation in allen klimarelevanten Sektoren. Im Verkehrsbereich unterstützt die NRW.Energy4Climate vor allem die Transformation des schweren Güterverkehrs sowie des Busverkehrs hin zu klimafreundlichen Antriebsformen.